Dunkle Wolken zogen 1934 über de Vereinshimmel auf. Streitereien und Querelen wurden zur Tagesordnung. Politische, aber auch private Richtungskämpfe verhinderten eine friedliche Zusammenarbeit im Verein. Der Rücktritt der Vorstandes und der Austritt einiger Aktivmusiker brachten den Verein in schwere Bedrängnis. Ein öffentlicher Auftritt war nicht mehr möglich. Eine Versammlung am 19. Juni 1934 brachte in allen Punkten keine Annährung. Trotzdem gelang es dem Dirigenten, mit 14 Aktivmusikern am Pfingstmontag am Wertungsspiel in Welschingen teilzunehmen. Max Sprandel holte mit seinen Musikern in der Mittelklasse den 6. Preis.

Die am 5. August 1934 einberufene Sondersitzung zur Lösung finanzieller Probleme brachte keine Ergebnisse. Max Sprandel trat somit als Dirigent zurück. Zum neuen Dirigenten wurde Franz Kramer berufen.

Im Jahre 1935 gab es außer den Streitereien keine großen Aktivitäten des Musikvereins Friedingen. Es sind auch keine Jahresberichte niedergeschrieben worden. Die beiden Vorsitzenden Jakob Mayer und Josef Mayer hatten eine schwere Position.

Am 25. November 1935 fand eine weitere Versammlung des Verwaltungsrates statt. Kassierer Dorer setzte alle erdenkliche Mittel ein, um die zerstrittenen Parteien zu beruhigen und zu einer friedlichen Zusammenarbeit zu bewegen. Doch leider vergeblich. Franz Kramer stellte sodann sein Amt als Dirigent mit sofortiger Wirkung zur Verfügung.

Die Generalversammlung am 1. Februar 1936 leitete Bürgermeister Heinrich Bader. Zum 1. Vorstand wurde Friedrich Dorer gewählt, 2. Vorstand wurde Alfons Mayer. Erwin Kornmayer wurde zum Dirigenten gewählt. Zu dieser Zeit zählte der Verein 14 aktive Musiker.

Im Jahre 1937 beteiligte sich der Musikverein an allen kirchlichen wie auch an den weltlichen Festen und Anlässen. Hervorzuheben wäre die Beteiligung am 40 jährigen Jubiläums unseres Partnervereins, des Musikvereins Beuren, sowie die Einweihung der neuen Sporthalle.

 

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Sporthalle 1937

 

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Sporthalle im Jahr 1937

 

1938. Der brauen Hauch wurde auch im Musikverein immer mehr zur Machtprobe. Die ersten Monate verliefen noch harmonisch. Der Reichsberufswettkampf der Landwirte des Kreises Konstanz am 10. März 1938 wurde von unserer Musik umrahmt. Ebenfalls der Nationalfeiertag am 1. Mai mit Marschmusik durch Singen. Am 15. Mai 1938 fuhren die Musiker mit dem Postauto nach Radolfzell, wo man bei einem Wertungsspiel mit gutem Erfolg abschnitt.

Beim Radfahrerfest am 3. Juli 1938 wurden die politischen Gegensätze immer größer.

"Zum Erntedankfest am 1. Oktober 1938 hatte sich Friedingen gut gerüstet für die vielen Gäste, welche damals vom politischen System (NSDAP) zugewiesen worden waren. An diesem Fest kam es zur Eskalation. Vorwürfe unschöne Namen und Beleidigungen in einem unerträglichen Maße der damals machtausübenden Braunen führten zum Bruch des Musikvereins Friedingen." Protokoll vom 15. Januar 1939.

Obiges Protokoll war das letzte vor dem Zweiten Weltkrieg.